Chronik / Geschichte der Lutherkirche, Pfarrhaus und Gemeindehaus
Zur Baugeschichte der Lutherkirche:
In einer Kaiserurkunde von Friedrich Barbarossa vom 14.6.1165 wurden das Dorf Griesheim und seine Kirche genannt. Als 997 die Reliquien des Bartholomäus nach Rom überführt worden waren, erlebte der Kult um diesen Heiligen eine große Blüte. Man weihte ihm viele neue Kirchen. Da seit altersher auch der Kirchweihtermin in Griesheim auf den Bartholomäustag, den 24. August, fällt, ist anzunehmen, dass diese erstmals erwähnte Kirche um das Jahr 1000 gebaut worden war.In der Sakristei befindet sich bis heute ein als Halbrelief in Sandstein gehauener Kopf, der von Kunsthistorikern als romanisch bezeichnet wurde und ein Bauelement aus der 1165 genannten Kirche sein dürfte.
Ein gotischer Kirchenbau folgte 1507. Das Baujahr findet sich auf dem heute rechts vom Eingangsportal eingemauerten Gewölbeschlußstein, der außerdem in der Umschrift den Frühmesser Konrad Knopp (Knapp) benennt und sein Wappen trägt. Das Wappen auf dem Gewölbeschlußstein links der Tür ist der damals in Groß-Gerau ansässigen Familie Dreyeich zuzuordnen. Die gotische Kirche von 1507 enthielt außer dem Altar des Heiligen Kreuzes >>>>>zwei Seitenaltäre, die im Gefolge der Reformation abgeschafft worden sind.
Schon 1601 hatte eine landgräfliche Kommission die Kirche als baufällig bezeichnet, und abbröckelnder Putz war auf die Gläubigen gefallen. Doch erlaubte der bald beginnende 30-jährige Krieg keinen Neubau mehr.
Unter großen finanziellen Opfern wurde 1681 die heutige Lutherkirche durch die bürgerliche Gemeinde in ihren wesentlichen Teilen errichtet. Zum Bau-umfang gehörten die Vergrößerung des Kirchenraumes durch Hinaussetzung der Mauern sowie der Neubau des Turms. Der gotische Chorraum, für den die Kirchenkasse allein zuständig war, blieb zunächst erhalten. Wohl aus Kostengründen hat man beim Neubau die Fenster- und Türgewänder aus deralten, gotischen Kirche wiederverwendet. Für diesen Kirchenneubau mußten Kredite aufgenommen und Spenden weithin im Land, bis in die Niederlande, gesammelt werden.
Die gotische Kanzel verkaufte
man nach Weiterstadt, wo sie noch heute in der Kirche zu sehen ist.
1685 erstand man von der Stadt-kirche Darmstadt eine Orgel,
die im Jahre 1600 durch Johann Grorock gebaut worden war und
nach einer Überholung Im Jahr 1835 noch bis 1956
ihren Dienst tat.
Die große Vater-unser-Glocke
der Lutherkirche stammt aus dem Jahr 1481. Sie mußte
1703 wegen eines Sprunges umgegossen werden. Die zweitgrößte
Glocke, die Patenglocke , kam aus der Kirche in Degow
bei Kolberg und wurde 1618 gegossen. Nach einer Odyssee
als Rohstoff im 2. Weltkrieg fand man sie 1955 glücklicherweise
in Hamburg wieder. Sammelaktionen der Konfirmanden- jahrgänge
1958 - 1963 brachten die Mittel für zwei weitere Glocken,
die 1963 eingeläutet werden konnten: die Konfirmanden-Glocke
und die kleinere Gedächtnisglocke. Das Gesamtgeläute klingt
in den Tönen As, B, C und Es.
1956 Bei einer grundlegenden
Umgestaltung beseitigte man alle historischen Einbauten im Chorraum.
Das barocke Chorbogenkreuz rückte von der Nord-wand als Blickfang
an die Ostseite über den Altar. Die Kanzel wechselte ihren Platz
von der Süd- auf die Nordseite.
Eine neue Orgel fand auf der
Empore im Turm Aufstellung. 1982 Im Zuge einer geschmackvollen
Innenrenovierung der Hallenkirche wurden auch die Heizungsanlage modernisiert,
ein neuer Steinfußboden verlegt sowie ein neues Kirchengestühl
beschafft. Die Außenrenovierung folgte 1983. (Karl
Knapp)
Am Altar und an der Kanzel sieht man die neuen Paramente, die der verabschiedete Kirchen- vorstand 2004 erworben hat.
Die beiden unteren Bilder zeigen das 1630 erbaute Pfarrhaus, daß das Pfarrbüro von Heidi Ritter und das Pfarramt von Pfarrer Alexander Becker sowie die Pfarrhauswohnung beherbergt. Das bereits 1565 erbaute Pfarrhaus mußte damals wegen erheblicher Baumängel abgerissen werden.
1978 erbaute Gemeindehaus.
Hier treffen sich die verschiedenen Gruppen und Chöre.
In der
unteren Etage (Jugendkeller) treffen sich die Kinder - und Jugendgruppen.
Das Büro von Gemeindepädagoge Reiner Wölm befindet
sich ebenfalls im Gemeindehaus.





